Nachfolgend werden die Meilensteine und Herausforderungen in der Vereinsgeschichte des Verbundes Bremer Kindergruppen e.V. dargestellt.
Der Verbund hat sich im Verlauf der Jahre aufgrund der Veränderungen in der Kinderbetreuungslandschaft, der unterschiedlichen politischen Lobby für Kleinkindpädagogik und Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen und den sich wandelnden Bedürfnissen von Eltern und Familien zusammen mit seinen Mitgliedsvereinen verändert und weiterentwickelt.
Von Anfang an steht dabei das Wohl des Kindes an erster Stelle. Darin haben wir uns Kontinuität bewahrt. Unser fachlich traditionsreiches Motto "Kinder brauchen Kinder" sowie unser Anspruch "zusammen groß (zu) werden" ist und bleibt aktuell. Heute spricht es sich langsam herum, dass Kleinkindern Kindertageseinrichtungen gut tun. So hatten sich das die Gründungseltern vor über 20 Jahren bereits gedacht.
Unser Anspruch "zusammen groß werden" meint zweierlei. Kinder sollen gemeinsam aufwachsen dürfen. Die beim Verbund "verbündeten" Elternvereine stützen sich gegenseitig beim "Wachsen" – in ihrer Anzahl und ihrer Qualität. Manche Vereine wachsen auch in ihrer eigenen Größe - der Platzanzahl – doch dies ist nicht unbedingt unser Anspruch, denn der Beschaulichkeit und familiären Atmosphäre eines kleinen Vereins messen wir eine große pädagogische Bedeutung bei.
1987 Gründung des Vereins im Oktober
Aufgrund der fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Kinder unter 3 Jahren gründeten betroffene Eltern den "Verbund Bremer Krabbel- und Kleinkindgruppen zusammen groß werden e.V." (Verbund).
Das Ziel des Vereins ist ein besseres Betreuungsangebot für Kleinkinder von 0-4 Jahren. Dazu sollten folgende Teilziele erreicht werden:
• Ein öffentliches Krippenangebot
• Eine gute finanzielle Absicherung der Krabbelgruppen
• Ein gut ausgebautes Tagesmüttermodell
• Eine bessere Finanzierung von Spielkreisen
• Eine öffentliche Auseinandersetzung mit Kleinkindpädagogik
Die Arbeit des Verbundes besteht aus:
• monatlichen Informations- und Kontaktbörse für interessierte Eltern und Gruppen
• kontinuierliche Gespräche und Verhandlungen mit Behörden, PolitikerInnen, usw.
• Öffentlichkeitsarbeit
In der Beratungsarbeit des Verbundes engagieren sich die betroffenen Eltern ehrenamtlich.
Auch in den Kindertageseinrichtungen der 13 Mitgliedsvereine betreuen die Eltern zusammen mit Fachkräften ihre Kinder abwechselnd ehrenamtlich. Den Kindern soll nach dem Motto "Kinder brauchen Kinder" regelmäßiges Spielen und Zusammensein in einer Gruppe ermöglicht werden. Auch soll ihnen das Recht auf Freizeitgestaltung ohne Eltern zugebilligt werden. Politisch stand für die Eltern zusätzlich die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf dem Plan.
Folgende Mitgliedsvereine– und Organisationen gehörten schon zu den Gründungsmitgliedern des Verbundes:
Kinderoase e.V.
Quakbüdel e.V.
Waller Wichte e.V.
Wilde Dreizehn e.V. (Herder Str. 28)
Stadtteilstrolche e.V.
Vegesacker Rasselbande e.V.
Um die Gründung des Verbundes haben sich folgende Eltern besonders verdient gemacht:
Gaby Boehme, Gabi Helms und Gabi Kayser
1988 Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen erhalten erstmalig eine finanzielle Förderung von der Stadt Bremen
Dieser wichtige Erfolgsschritt zeigt, dass sich die Mühe der solidarischen Zusammenarbeit der Mitgliedsgruppen im Verbund und das Vorantreiben einer öffentlich geführten Debatte um Kleinkindpädagogik lohnt.
Von nun an steigt die finanzielle Förderung jährlich und die Anzahl der Krabbelgruppen wächst kontinuierlich. Aufgrund der ständig wachsenden Anforderungen an die Arbeit des Verbundes ist diese nicht länger ausschließlich ehrenamtlich leistbar. Damit die Arbeit des Verbundes weiterhin gewährleistet werden kann, ist eine Stabilisierung und Professionalisierung dringend erforderlich.
1989 Der Verbund organisiert ein Kinderfest (das Besondere: auch für Kleinkinder) in den Parkanlagen am Neustadtwall.
1990 Eröffnung der Beratungsstelle im September
In der Delmestraße Nr. 8 werden Büroräume angemietet und
drei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)-Kräfte eingestellt. Eine der ABM – Kräfte ist Gabi Helms, die auch das Konzept für die Beratung erstellt. Sie wird Fachberaterin und Geschäftsführung zugleich. Es wird ein umfassendes Beratungsangebot aufgebaut.
Inzwischen sind 24 Elternvereine im Verbund organisiert. Insgesamt werden 40 Vereine beraten. Die Kindertageseinrichtungen finanzieren ihre Mieten über Elternbeiträge und das Personal über ABM-Maßnahmen.
1991 Politische Netzwerkarbeit und Neugründung eines Elternvereins
Der Verbund entwickelt gemeinsam mit anderen Befürwortern wie z.B. der Kinderoase e.V. und der Krippe der Arbeiterwohlfahrt ein Positionspapier. Gefordert werden 2000 Krippenplätze für Bremen. Dieser Appell an die "Ampel"- Regierung bleibt nicht ohne Erfolg: Es wird ein Koalitionsvertrag verabschiedet, der den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen ermöglicht. Eltern, die sich entscheiden, einen Verein zu gründen, erhalten finanzielle Absicherung.
Erstmals kann durch die Initiative des Verbundes ein Elternverein – Schmetterlinge e.V. - neu gegründet werden. Statt sonst einem Jahr Vorbereitungszeit, schafft dieser Verein durch die Unterstützung des Verbundes einen Schnellstart innerhalb von drei Monaten. Der Verbund wächst trotz schlechter Rahmenbedingungen unaufhaltsam. Wenig Geld, viel Arbeit bis hin zur Selbstausbeutung – durch die gute Erreichbarkeit, Abendtermine (auch in den Behörden) und den steigenden Bekanntheitsgrad des Verbundes klappt es: Zusammen groß werden!
1992 Doch neben dem ständigen Kampf um eine Verbesserung der Quantität und Qualität des Betreuungsangebotes für Kleinkinder gerät auch die Finanzierung der Beratungsarbeit immer wieder in Gefahr. Eine finanzielle Absicherung der Beratungsstelle kann nur durch eine Finanzierung über die Senatorin für Soziales erfolgen.
1993 Der Verbund ist auf 36 Mitgliedsvereine angewachsen. Insgesamt werden 54 Vereine beraten. Die Finanzierung der Beratungsstelle wird durch einen Kooperationsvertrag mit der Senatorin für Gesundheit, Jugend und Soziales abgesichert.
Es wird gefeiert!
Der Verbund organisiert zusätzlich ein großes Kinderfest.
1994 Im Verbund sind 41 Mitgliedsvereine organisiert. Die Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen in gesamt Bremen unterhalten rund 400 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Dies entspricht mehr als 70 % der in der Stadt Bremen vorhandenen Gruppenbetreuungsplätze.
Im Verbund trifft sich die Arbeitsgruppe "Integration", die ein Konzept zur gemeinsamen Erziehung von behinderten und nicht behinderten Kindern entwickelt hat und mit interessierten Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen darüber diskutiert und berät.
Der Verbund bietet seit Januar interessierten Elternvereinen Personalsachbearbeitung als Dienstleistung an.
1995 Erstmals erfolgt in diesem Jahr keine Erhöhung der Zuschüsse für Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen. Im Verbund sind 44 Mitgliedsvereine organisiert, insgesamt lassen sich 54 Vereine beraten.
Unter Mitwirkung des Verbundes findet in Hannover bei der LagE eine Fachtagung zum Thema "Kleinstkindpädagogik. Kindergruppen auch für Kinder von 0-3 Jahren" statt. Auf der Fachtagung gibt es Arbeitsgruppen z.B. zu folgenden Themen: Kleinstkindpädagogik in der ErzieherInnenausbildung, veränderte Kindheit, Entwicklungspsychologie (Geschlechtsidentitäten) und Integration. Zu der Tagung ist eine Dokumentation erschienen.
1996 Im Zuge des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz werden auch die Förderungen der Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen erhöht. Im Verbund sind 46 Mitgliedsvereine organisiert, insgesamt werden 67 Vereine beraten.
Die neue Regierungskoalition bewirkt einen Finanzierungsstopp für Neugründungen. Jedoch wächst der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre stetig.
Lange Wartelisten bei den Kindertageseinrichtungen der Elternvereine und wachsender Unmut von betroffenen Eltern sind die Folge. Umso erwähnenswerter ist daher die Neugründung des ersten betriebsnahen Elternvereins – Socke e.V. Nach vielen Beratungsgesprächen und u.a. Dank der Kooperation mit der Hochschule konnte eine Sondergenehmigung erlangt werden.
Ebenfalls werden Hilfskräfte wegen des Rechtsanspruchs im Kindergarten nicht länger bewilligt. Dazu gehören ABM-Kräfte, LKZ-Kräfte (Lohnkostenzuschuss) und Kräfte aus Maßnahmen nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) §19. Daraufhin kommt es zu Personalengpässen in den Kindertageseinrichtungen.
Der Verbund feiert das 5-jährige Bestehen der Beratungsstelle und wird Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres. So kann die Personalsituation wieder aufgebessert werden. Den jungen Menschen wird ermöglicht, einen Eindruck in das Berufsbild der ErzieherIn zu gewinnen und sich mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinanderzusetzen.
1997 Der Verbund ändert seine Satzung und seinen Namen, um der erfolgten Entwicklung und den Zukunftsperspektiven Rechnung zu tragen. Von nun an heißt er: Verbund Bremer Kindergruppen zusammen groß werden e.V.
Das 10jährige Bestehen des Vereins wird gefeiert.
In Zusammenarbeit mit der Werkstatt Bremen bietet der Verbund eine berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme für BSHG §19- Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen an. Die BSHG §19 Kräfte kommen 14tägig zum Seminartag in die Verbundsräume, um sich praxisrelevant zu qualifizieren und ihre beruflichen Perspektiven zu entwickeln.
Im Verbund sind 46 Mitgliedsvereine organisiert. Insgesamt lassen sich 72 Vereine beraten.
1998 Zum Anlass des 30. Geburtstag der "Kinderladenbewegung" veranstaltet der Verbund ein Fest mit Ausstellung zur Geschichte der Kinderladenbewegung. Der Verbund entwirft das Bausteine-Logo. Die Anordnung der Bausteine symbolisiert, dass sich beim Verbund unterschiedliche Teile (Menschen, Einrichtungen) in einer offenen Gruppe zusammen finden und gemeinsam wirken.
Die senatorische Behörde stellt Zuschüsse für ein eigenständiges Fortbildungsprogramm der BetreuerInnen in Elternvereinen zur Verfügung. Es wird ein abwechslungsreiches, bedarfsorientiertes Seminarprogramm auf die Beine gestellt.
Im Verbund sind 52 Mitgliedsvereine organisiert und insgesamt werden 72 Vereine beraten.
1999 Ein Bremer Fachtag zur theoretischen und praktischen Arbeit mit Kindern von 0 bis 3 Jahren wird vom Verbund in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Elterninitiativen Niedersachsen/Bremen initiiert.
Es wird eine Rahmenvereinbarung mit der Firma Evers über Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit für die Mitgliedsgruppen getroffen.
Nach 5 Jahren und einer harten öffentlichen Auseinandersetzung (Gleichbehandlung von Eltern) ist erstmals wieder eine Neugründung (Bambinicentral e.V.) gelungen.
2000 Am 11.11. findet eine Fachtagung zum Thema Kleinkindpädagogik in Bremen: "Damit die "Lütten" nicht zu kurz kommen!" in Zusammenarbeit mit der LagE statt (eine Dokumentationsschrift ist 2001 erschienen). Die Themen der Tagung lauten u.a. "Männer und Erziehung – die Rolle von Erziehern und Vätern...", "Konzeptentwicklung unter Gütekriterien", "Integration von unter dreijährigen Kindern mit Behinderung" und "Krabbelgruppe als Soziales Netz – wie viel Zuwendung brauchen Eltern? Und von wem?"
Das Dienstleistungsangebot wird erweitert. Von nun an kann auch die Buchhaltung gegen Entgelt vom Verbund übernommen werden.
Im Verbund sind 59 Mitgliedsvereine organisiert.
2001 Aufgrund von Veränderungen im Bremer Ortsgesetz sind die Anmeldeanfragen an Kindergruppen fortan zu dokumentieren. Berufstätigen Eltern wird nun Vorrang bei der Aufnahme gewährt. In der Konsequenz müssen Kindergruppen für Urlaub- und Krankheitsvertretungen zusätzliches Personal einstellen. Die Beratungsanfragen steigen.
2002 Der Verbund bietet ein berufsbegleitendes Qualifizierungsanbot für Beschäftigte nach dem Strukturanpassungsgesetz (SAM) an.
Der Verbund wird nach emsiger und langer Suche für die Kooperation mit einem Bundesträger im Bereich FSJ fündig. So erhalten der Verbund und später durch dessen intensive Unterstützung auch alle anderen in der LagE organisierten Elternvereine fortan FSJ-Bundesmittel.
Eltern brauchen Entscheidungshilfen, um gute Qualität und für die eigene Familiensituation passende Kinderbetreuung auszuwählen zu können. Gemeinsam mit Eltern und Fachkräften wird ein Leitfaden für Eltern entwickelt, der sie bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz für ihr Kind unterstützen soll.
Beim regelmäßigen Verbundstreffen wird das Thema Elternbildung intensiv bearbeitet und eine Ausstellung in Wort und Bild gestaltet. Die Ausstellung wird u.a. auf der Hannover Messe "KiTa bildet...von A bis Z" präsentiert.
Aufgrund der neuen Aufnahmekriterien (Berufstätigkeit der Eltern) können Kindergruppen zunehmend weniger Elterndienste einplanen. Zusätzlich zu den wechselnden Beschäftigten, wie BSHG §19, SAM, PraktikantInnen und FSJ, müssen Springkräfte eingestellt werden. Die Situation erfordert dringend Abhilfe: Es bildet sich ein Arbeitskreis zum Thema Zweitkraftfinanzierung. Noch im November wird ein "offener Brief" an die Bremer Parteien verfasst und eine Delegation der SPD im Verbund empfangen.
Der Verbund bittet die Fachschule für ErzieherInnen um Kooperation. Daraufhin kann der Verbund am "Runden Tisch" der Fachschule teilnehmen und setzt sich zum Ziel, Ausbildungsinhalte zu verändern und in Hinsicht auf Anwendung in der Praxis zu überprüfen.
2003 Ab Januar startet der Verbund das Bremer Modellprojekt "Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren bei Hilfe zur Arbeit für ihre Mütter/Väter" (HzA), das bis Juli 2005 befristet ist. Ziel des Projektes ist, dass die TeilnehmerInnen dem "Teufelskreis ohne Arbeit keine Kinderbetreuung und ohne Kinderbetreuung keine Arbeit" entrinnen und somit den Ausstieg aus der Sozialhilfe schaffen.
Es entstehen den Elternvereinen große Schwierigkeiten, da sich aufgrund neuer Auflagen viele der Gruppenleitungen (ausgebildete KinderpflegerInnen) als ErzieherInnen nachqualifizieren müssen. Während der Qualifizierung muss für Personalersatz besorgt werden. Zusätzlich werden zeitgleich die "Personalergänzungsmittel" reduziert und durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe fallen die BSHG §19 und SAM-Kräfte weg. In den vorangegangenen Jahren konnten die gesetzlich vorgeschriebenen Personalschlüssel nur mit Hilfe dieser Drittmittelstellen gewährleistet werden. Diese "Notlösung" ist nun nicht mehr gegeben.
Der Arbeitkreis "Zweitkraftfinanzierung" startet u.a. mit dem Slogan " Wir brauchen 2 für unter 3!" weitere politische Aktionen. Es gibt eine riesige Demo mit ca. 400 TeilnehmerInnen (Kindergruppen, Fachkräfte, Eltern und Kinder) und Straßensperren in der Innenstadt. Die politische Lobbyarbeit wird 2004 weitergeführt.
2004 Der Verbund erreicht die Finanzierung einer Teilzeit-Zweitkraft in Kleinkindgruppen (Richtlinienänderung).
Der Verbund beteiligt sich an der Qualifizierungs- und Beschäftigungsoffensive proKiTa. Das Projekt verfolgt zwei Hauptziele. Zum einen sollen Fachkräfte im Hinblick auf aktuelle fachliche Entwicklung qualifiziert werden. Zum anderen besteht ein weiteres wichtiges Ziel darin, beschäftigungswirksam langzeitarbeitslose Frauen und Männer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Fachpolitisch gesehen werden durch die Qualifizierungs-und Beschäftigungsoffensive zusätzliche Kräfte für die Arbeit in den Gruppen der Kindertageseinrichtungen qualifiziert und ausgebildet. Es werden Erzieherinnen, Sozialassistentinnen und Kinderpflegerinnen ausgebildet.
Die Stadt Bremen veranlasst, dass der Verbund fortan mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) finanziert wird. Daher muss nun eine aufwendige Doppel-Statistik geführt werden und jeweils am Ende einer ESF-Förderperiode um die Anschlussfinanzierung gebangt werden. Zur ESF-Finanzierung gehören darüber hinaus separate Anträge und Berichte, die sehr viel Zeit abfordern.
Im Verbund sind 65 Mitgliedsvereine organisiert. Die Mitgliedsvereine tragen 101 Kindergruppen. Insgesamt werden 84 Vereine (139 Kindergruppen) beraten.
2005 Beim Jubiläums-Fest – 18 Jahre Verbund und 15 Jahre Beratungsstelle - fordert der Verbund den Rechtsanspruch für unter 3 Jährige.
Statt BSHG § 19 Kräfte begleitet und qualifiziert der Verbund als Netzwerksträger nun seit März In-Job Maßnahmen in Kindertageseinrichtungen.
Der Verbund beendet das Projekt Hilfen zur Arbeit – Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Tagesbetreuung (HzA). Im Verlauf des Projektes nehmen 57 Eltern und 57 Kinder teil.
Der Verbund initiiert ein Stadtteil-Projekt für bessere Öffentlichkeitsarbeit der Elternvereine und besseren Informationsservice für Eltern: Alle Elternvereine in der Neustadt erstellen gemeinsam eine Kindergruppen-Broschüre.
66 Vereine und 5 weitere Einrichtungen bilden die Mitgliedschaft des Verbundes.
2006 Im Zuge des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) unterstützt der Verbund zahlreiche Neugründungen. Es werden 6 Elternvereine gegründet. Leider werden letztlich nur 2 Vereine gefördert.
Im Verbund sind 71 Elternvereine mit 110 Kindergruppen Mitglied. In der Kindertageseinrichtungen der Mitgliedsvereine werden 587 unter dreijährige und 611 3-12jährige Kinder betreut (gesamt 1198 Kinder).
Der Verbund initiiert und begleitet eine Bildungsreise für Fachkräfte nach Schweden (dazu ist eine Dokumentation erschienen).
Durch ein weiteres Stadtteil-Projekt entsteht eine Kindergruppen-Broschüre über das Viertel. Die Eltern reißen sich darum. Die Broschüre wird mehrfach nachgedruckt.
2007 Der Verbund wirbt mit Beginn des Bürgerschaftswahlkampfes verstärkt für die Erhöhung der finanziellen Förderung der Kindertageseinrichtungen von Elternvereinen. Eine Projektgruppe nimmt sich dem Thema an und initiiert gemeinsam mit der Paritätischen Gesellschaft für Soziale Dienste Bremen mbH - Beratungsstelle für KinderTageseinrichtungen der Elternvereine u.a. eine kleine Demo vor der Senatorischen Behörde. Im Jugendhilfeausschuss wird eine Vorlage (Vorschlag) zur Erhöhung der Förderung eingebracht.
Die letztmalige Erhöhung der Zuschüsse liegt annähernd 10 Jahre zurück. Die Betriebskosten (z.B. Energiekosten) und die fachlichen Anforderungen für die Elternvereine sind gestiegen. Der Bremer Rahmenplan für Bildung und Erziehung wird eingeführt und die Lern- und Entwicklungsdokumentation.
Eltern können aufgrund verschiedener Entwicklungen am Arbeitsmarkt nur noch bedingt ehrenamtliche Mitarbeit einbringen. Notfallbetreuungsdienste durch Eltern z.B. wegen Erkrankung des Personals können kaum noch organisiert werden. Die Qualität der Kinderbetreuung muss allgemein steigenden Anforderungen gerecht werden. Durch das TAG nimmt der Wettbewerb auf dem "Kinderbetreuungsmarkt" zu. Eine Vollzeit-Zweitkraftfinanzierung im Unter Dreijährigen Bereich - wie bei anderen Bremer Trägern gegeben - ist dringend erforderlich.
Die Beratungsstelle verzeichnet erhöhte Beratungsanfragen von Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind suchen. Durch das neue Elterngeld müssen und wollen immer mehr Eltern ihr Kind in einer Kleinkindgruppe unterbringen. Die Wartelisten platzen aus allen Nähten.
Zusammen mit der Fachschule Delmestr. veranstaltet der Verbund im Juli den Fachtag "Klein einsteigen – groß rauskommen. Kinder unter 3 Jahren in sozialpädagogischen Einrichtungen".
Die Finanzierung der Beratungsarbeit des Verbunds ist nach Ablauf der ESF-Förderperiode unklar. Es besteht die Gefahr von Kürzungen. Der Antrag wird gestellt. Doch bis zur letzten Minute vor der Entscheidung über die ESF-Mittel gibt es keine Sicherheit über den Ausgang. Am 21.12. erfährt der Verbund nach den Verhandlungen im Jugendhilfeausschuss, dass die Beratungsarbeit ab 1.1. 2008 abgesichert, aber erheblich gekürzt wird.
2008 Durch Nachverhandlungen können die Kürzungen (ESF-Antrag) in der Beratungsarbeit abgewendet werden.
Das Programm proKiTa wird aufgrund von Kürzungen (ESF) und neuen Problemen bei der Umsetzung nach Beschluss des Konsortziums eingestellt. Der Verbund bedauert, dass die dringend erforderliche Aus- und Weiterbildung von zusätzlichen Fachkräften nicht mehr möglich ist.
Die Politik- und Öffentlichkeitsarbeit zeigt Wirkung: Die Kindertageseinrichtungen der Elternvereine erhalten erhöhte Fördergelder.
Die Bremer Richtlinien für Elternvereine sind verändert worden. Die Erhöhung reicht nicht aus, um Zweitkräfte in Kleinkindgruppen Vollzeit zu beschäftigen. Daher soll für den nächsten Bremer Doppelhaushalt eine weitere Erhöhung erkämpft werden. Sonst bleiben die Kleinkindgruppen von Elternvereinen gegenüber denen anderer Träger benachteiligt.
Der Verbund erhält eine Homepage und beteiligt sich mit einem Fachartikel in der Schwerpunktausgabe "Kinder unter Drei in außerfamiliärer Betreuung" der Bremer Pädagogischen Fachzeitschrift Spielräume zum Thema Ausbau und Qualität von Elternvereinen.
Erstmals gehen 37 FSJler an den Start. Der Verbund ist sehr erfreut über die hohe Nachfrage. Bemerkenswert ist auch die hohe Anzahl von 8 Männern im FSJ (entspricht 21%).
2009 Im Jahr 2009 konnte der Verbund 87 Mitgliedsvereine zählen. Die Zahl der FSJler stieg auf 49 an, so dass die Teilnehmer in zwei Gruppen beim Verbund betreut werden.
Die Homepage ging im Januar an den Start und wird seither rege besucht. In Jahr 2009 konnten wir 6735 Besucher zählen.
Im Februar 2009 hat der Verbund erstmals zu einem trägerübergreifendem Krippentreffen zum Thema "Qualität in der unter 3jährigen Betreuung" eingeladen. Die rege Resonanz zeigte das große Interesse. Auch die Senatorische Behörde griff das Thema auf.
Im September 2009 nahm Frau Rosenkötter am Arbeitskreis Perspektiven des Verbunds teil. Bei diesem Treffen wurde über die zentralen Probleme der von Eltern organisierten Kindergruppen gesprochen, denen nur geringe Fördermittel zur Verfügung stehen und die bei einer Neugründung hohe Auflagen zu erfüllen haben. Weiterführend gab es Gespräche mit dem Amt für Soziale Dienste zur Finanzierung von Kindergruppen und mit der senatorischen Behörde über die Zukunft des Verbundes.
Im November fand eine Studienfahrt nach Reggio Emilia statt, in der das praxisorientierte Kennenlernen des pädagogischen Reggioansatzes im Vordergrund stand.
Im Dezember zog der Personal- und Buchhaltungsservice in die neuen Räume in die Lahnstraße 22.
2010
Am 24. September feiert der Verbund das 20jährige Jubiläum der Beratungsstelle mit einem großen Jubiläumsempfang. Herr Knödel vom Landesjugendamt betonte in seiner Rede, dass der Verbund eine wichtige Institution für die Bremer Kinderbetreuungslandschaft darstellt.
Gleichzeitig feierte Gabriele Helms ihr 20jähriges Jubiläum als Geschäftsführerin der Beratungsstelle.
Im Oktober wurde das Qualitätsmanagementsystem des Verbunds Bremer Kindergruppen e. V. nach DIN EN 9001-2008 erfolgreich zertifiziert. Im Rahmen des Qualitätsmanagement haben wir alle Arbeitsprozesse in unserer Beratungsstelle durchleuchtet und in einem Handbuch dokumentiert. Außerdem haben wir das Beschwerdemanagement und die Managementbewertung eingeführt, um die Arbeitsabläufe in der Beratungsstelle kontinuierlich zu verbessern.
Im November haben sich Fachkräfte und Eltern auf einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses für dieses Ziel mit einer gemeinsamen Protestaktion eingesetzt und erreicht, dass Staatsrat Schuster gegenüber radio bremen angegeben hat, dass es viele Gründe gäbe eine perspektivische Angleichung der Finanzierung auch für Elternvereine in den nächsten 3 bis 4 Jahren anzustreben.
2011
Der Verbund startet das Pilotprojekt "TräGA" (Trägerstruktur Gemeinsam Aufbauen) um die Elternvereine als Träger von Kindertageseinrichtungen zu stabilisieren.
Neben dem derzeitigen Beratungsangebot der Kontakt- und Beratungsstelle kann durch professionelle Unterstützung in den geschäftsführenden Aufgaben, die in diesem Projekt gemeinsam mit den Vereinen weiterentwickelt werden, verbindlich die ehrenamtliche Tätigkeit rationalisiert und gefestigt werden.
In der Pilotphase werden 11 Einrichtungen durch flankierende Maßnahmen begleitet. Die Gruppen werden so durch das Pilotprojekt in ihrer Eigenverantwortlichkeit und mit ihrem eigenen Profil unterstützt.
Die Stadt Bremen übernimmt die finanzielle Förderung der Beratungsstelle, so dass der Verbund nicht mehr mit ESF-Mitteln unterstützt wird.
Am 30. April muss aufgrund von massiven Kürzungen im In-Job-Bereich dieser Arbeitsbereich aufgegeben werden.
Im Laufe des Jahres setzt sich der Arbeitskreis "Perspektive" mit drei Aktionen unter dem Motto "kKnderbetreuung ist kein Ehrenamt" für eine bessere Finanzierung der Elternvereine ein.
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