"Trägerstrutkur Gemeinsam Aufbauen"
Elterninitiative und Ehrenamt in Bremen
Die seit vielen Jahren etablierte Trägerschaft von Kinderbetreuungseinrichtungen durch Elternvereine (EV) bietet die Struktur der sozialen Integration und Stärkung von Familienkompetenzen. Vereine, durch Familien organisiert und geführt, sichern für die Zukunft die ehrenamtliche Gemeinwohlorientierung und die Bildung und Weiterbildung sozialen Kapitals für die lokale Ebene. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist seit Anbeginn ein herausragendes Ziel in Elternvereinen. Mittlerweile sind in Elternvereinen annähernd alle Eltern berufstätig. Diese Eltern führen die Geschäfte des Vereins ehrenamtlich, neben den eigenen beruflichen und familiären Verpflichtungen. In den Vereinen wechseln die Vorstände in der Regel jährlich. Neue Vorstände müssen sich mit vielerlei Fragen der Vereinsarbeit im Allgemeinen und den rechtlichen Grundlagen dieser spezifischen Vereinstätigkeit auseinander setzen. Sie müssen die Verantwortung und gesetzliche Vertretung für den Verein übernehmen.
Diese Anforderungen führen zu stetig anwachsenden Beratungsgesprächen im Verbund. Allerdings kann die Beratung nur einen Teil der Fragen und Probleme auffangen. Das Grundproblem liegt vielmehr in der fehlenden Kontinuität des Vereinslebens.
Ziele des Modellprojektes
Mit dem Modellprojekt will der Verbund als Kontakt- und Beratungsstelle kleine Kindertagesbetreuungseinrichtungen in Trägerschaft von Elternvereinen durch zusätzliche flankierende Maßnahmen in geschäftsführenden Aufgaben stützen und somit für die Zukunft als Bestandteil der Betreuungslandschaft in Bremen sichern. Vorhandene Betreuungsplätze werden stabilisiert und neue Plätze können in einen strukturierten Rahmen integriert werden. Eltern in Elternvereinen werden langfristig vor allem zeitlich entlastet und stehen der eigenen Berufstätigkeit in einem größeren Maß zur Verfügung. Die teilnehmenden Elternvereine werden über den Verbund wirtschaftlich, z. B. durch abgestimmte Finanzierungspläne und finanzielle Ausgaben, abgesichert. Die pädagogische Arbeit soll stabilisiert und weiterentwickelt werden. Durch diese strukturellen Maßnahmen soll eine kontinuierliche, stabile und gesicherte Vereinsführung trotz regelmäßiger Vorstandswechsel langfristig ermöglicht werden.
Neben dem derzeitigen Beratungsangebot der Kontakt- und Beratungsstelle kann durch professionelle Unterstützung in geschäftsführenden Aufgaben, die in diesem Modellprojekt gemeinsam mit den Vereinen bzw. ehrenamtlichen Vorständen und dem pädagogischen Fachpersonal weiterentwickelt werden, verbindlich diese ehrenamtliche Tätigkeit rationalisiert und gefestigt werden.
So bleiben für den Standort Bremen Kindergruppen dieses Trägerbereiches als qualitativ gutes Betreuungsangebot erhalten und tragen zu einem flächendeckenden Betreuungsangebot bereits für Kleinkinder bei.
Inhalt und Teilnehmer des Modellprojektes
In der Pilotphase 2011 wurden 11 Einrichtungen durch flankierende Maßnahmen begleitet. 2012 sind es 18 Vereine. Um die verschiedenen Strukturen von Elternvereinen zu erfassen und in bedarfsorientierte Stützhilfen zu implementieren, sind ein- bzw. zweigruppige Elternvereine, also Projektteilnehmer ausgewählt worden.
Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit der Vorstände und Fachkräfte mit dem Verbund. Die Gruppen werden so durch das Modellprojekt in ihrer Eigenverantwortlichkeit und mit ihrem eigenen Profil gestützt und gesichert. Dennoch verbleibt die letztendliche Verantwortung in den Vereinen selbst, die dadurch autonom und in ihrer spezifischen Eigenheit erhalten bleiben.
